Neuerscheinungen

Die „Casas-Palacio de Cargadores a Indias“ von El Puerto de Santa María im 21. Jahrhundert.

Ein literarischer Befund

Prof. Dr. Ronald Daus Ursula Daus

Mit unserem Essay „Die Casas-Palacio de Cargadores a Indias in El Puerto de Santa María im 21. Jahr- hundert. Ein literarischer Befund“ wollen wir die einstige Weltbedeutung dieser heute mittelgroßen andalusischen Provinzstadt an der Cádiz-Bucht zwischen Europa und Amerika aufzeigen. Sie wird außerhalb Spaniens erstaunlicherweise fast völlig ignoriert. Eine große Herausforderung ist der ganz konkrete Erhalt des übermächtigen architektonischen Erbes, welches die Stadtpaläste der Kaufherren der Neuen Welt in ihrer Monumentalität darstellen.

KOSMOPOLIS – Interkulturelle Zeitschrift aus Berlin 37-38/2020 „Sama Sama“

Prof. Dr. Ronald Daus Ursula Daus Antonius Moonen Fatimah Tuggar Michelle Nayahamui Rooney Peter B. Schumann Will Buckingham Graham W. Fauci Taciana Fisac

Sind wir in der Lage zu begreifen, daß wir alle derselben Spezies angehören, daß uns ein unsichtbares Band mit dem Leben verbindet?“, fragte sich der aus Kamerun stammende Philosoph Achille Mbembe im Juni 2020 in einem Beitrag für das Internet-Magazin „Africa is a Country“. „Sama sama“, was in Sanskrit sowohl gleich als auch ungleich bedeutet, versucht eine Antwort auf diese Frage zu geben, indem es die sprachliche Verbindung zwischen unterschiedlichen Kulturen herstellt. In Indonesien begleitet ein freundliches „sama sama“, gern geschehen, den Alltag, so wie im philippinischen Tagalog „sama-sama“, das Gemeinsame, das Zusammensein in der Gesellschaft betont. Dabei kann alles mit allem kombiniert und gleichzeitig stattfinden. Die derzeit permanent und penetrant von unterschiedlichen ideologischen Positionen eingeforderte Vielfalt und Toleranz existiert bereits seit Jahrtausenden auf unserem Planeten in vielen Kulturen und könnte jederzeit abgerufen werden.

Unsere Autorinnen und Autoren haben sich dieser Mühe unterzogen, mal kritisch, mal ironisch, mal optimistisch. Sie wurden fündig in Myanmar, wo das Zusammenleben zwischen Neuankömmlingen und Altbewohnern auf eine harte Probe gestellt wird nach Jahrzehnten der Abschottung des Landes. Die unkontrollierten Machenschaften chinesischer Investoren im von der Globalisierung überwältigten Phnom Penh stehen genauso zur Diskussion wie die anhaltende Unterdrückung der Meinungsfreiheit, der Kunstfreiheit und der Versammlungsfreiheit im hyperkapitalistischen Kommunismus Chinas. Selbst das ehemalige „Land der Zukunft“ und der ungebrochenen Lebensfreude Brasilien trägt derzeit schwer an seinem traurigen Schicksal eines von Gewalt gezeichneten Alltags unter einer korrupt-faschistoiden Regierung. Und von den weit entfernten Admiralitätsinseln ertönt der Ruf des Chauka, der sich nach der früheren Gemeinschaft des Kastom sehnt, welcher angesichts der Vereinnahmung der Inseln durch die australische Flüchtlingspolitik immer mehr an Bedeutung verliert.

Von der Kunst, in stürmischer See nicht zu kentern.

Die Manus der Admiralitätsinseln im 21. Jahrhundert

Prof. Dr. Ronald Daus Ursula Daus

Im Januar 2019 erhielt der kurdisch-iranische Journalist und Schriftsteller Behrouz Boochani gleich zwei wichtige australische Literaturpreise, darunter den „Victorian Prize for Literature“ für sein poetisches Sachbuch „No Friend But The Mountains. Writing From Manus Prison“. Darin beschreibt er sezierend und ergreifend den Alltag in den geschlossenen Flüchtlingslagern von Manus, die die australische Regierung auf der abgelegenen Südpazifikinsel für Asylsuchende eingerichtet hatte, die vor der australischen Küste aufgegriffen wurden. Obwohl die Lager 2017 schließen mußten, harrt ein Großteil der Flüchtlinge weiterhin auf Manus aus, darunter auch Behrouz Boochani.

KOSMOPOLIS - Interkulturelle Zeitschrift aus Berlin 35-36/2019

"Pura Vida"

„Pura Vida“ wurde während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Rio de Janeiro zum fröhlichen Begrüßungsritual aller, die den Spielen der Mannschaft aus Costa Rica beiwohnten. Doch was bedeutet „Pura Vida“ eigentlich? Handelt es sich um einen angeblich unübersetzbaren Ausdruck, wie es der französische Schriftsteller Patrick Deville in seinem Essay „Pura Vida“ (2004) über permanent gescheiterte Revolutionen in Zentralamerika konstatierte? Oder ist es zu einer alltäglichen Plattitüde verkommen, wo sich „Pura Vida“- Zeitungsbeilagen, „Pura Vida“-Biersorten und -Milchprodukte oder eine internetaffine Generation zu „Pura-Vida“-Sex und Drogengelagen verabreden? Der spanische Autor José María Mendiluce deutete den Titel seines Romans „Pura Vida“ (1998) folgendermaßen: „In dieser Region – Costa Rica – aus undurchdringlichen Dschungeln und unerträglicher Hitze scheinen die Regeln der Vernunft außer Kraft gesetzt. Überbordene Gefühle und Leidenschaften bestimmen das menschliche Zusammenleben.“

Seine Verbreitung fand der Begriff in Mittelamerika durch den mexikanischen Film „Pura Vida“ von 1956. Der Regisseur Gilberto Martínez Solares hatte seinen Anti-Helden Melquiades Ledezma mit einer unerschöpflichen Gutmütigkeit ausgestattet, der jeden Mißerfolg als neue Herausforderung zu noch größerer Anstrengung interpretierte. Und tatsächlich kam durch Zufall ein Lotterielos in seine Hände, das sein bisheriges trauriges Leben vergessen machte.

Unsere Autorinnen und Autoren haben sich ganz in diesem Sinne mit den Höhen und Tiefen des „Pura Vida“ befaßt, unbesehen ob es sich um einen im 18. Jahrhundert vom Unglück verfolgten und schlußendlich im 21. Jahrhundert heiliggesprochenen Franziskaner-Missionar aus Mallorca handelt, um einen liebevoll unterhaltenen Tangoclub bei Medellín, dem Ort des Todes von Carlos Gardel, um im Verborgenen arbeitende Holzbildhauer auf der abgelegenen indonesischen Insel Tanimbar, das snobistische

Durban

Essay über eine Weltstadt im toten Winkel

Prof. Dr. Ronald Daus Ursula Daus

Die südafrikanische Metropole Durban wurde 2015 von der UNESCO zu einer der "7 Wonders Cities" gewählt. Dieser Titel wird verliehen für "Städte, die die Errungenschaften und Hoffnungen des 21. Jahrhunderts am besten repräsentieren".

Mit dieser Auszeichnung war es einer von der Weltöffentlichkeit bisher weitgehend unbeachteten Hafenstadt am Indischen Ozean gelungen, ihr Image wirkungsvoll und grundlegend für ihre Einwohner und ihre Besucher zu verändern.

Die Monographie "Durban - Essay über eine Weltstadt im toten Winkel", 2017, erscheint zum 30jährigen Jubiläum der ersten Stadtmonographie in unserem Verlag im Jahr 1987: "Manila - Essay über die Karriere einer Weltstadt" von Ronald Daus.

Die Erfindung des Kolonialismus - revisited

Aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Auflage

Prof. Dr. Ronald Daus

Mit diesem Buch halten die Leserinnen und Leser die aktualisierte, erweiterte und überarbeitete Version meines 1983 publizierten Bandes „Die Erfindung des Kolonialismus“ in Händen. Die Erforschung der Beweggründe, die zur ersten Globalisierung durch die Europäer führten, hat in Zeiten der zweiten Globalisierung im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Brisanz verloren. Denn die Grundlagen einer neuen Weltordnung basieren nicht mehr vorrangig auf dem Besitz territorialer Großreiche, sondern auf der Kontrolle von Informations-, Kapital-, Güter- und Menschenströmen. Diejenigen Globalstrategen, die in der Tradition der Seeherrschaft stehen, werden dabei wohl die Oberhand behalten. In der Nachfolge der europäischen Expansion verfahren sie nach dem Vorbild der ersten großen europäischen Kolonialmacht, Portugal. Es hatte sich mithilfe seiner Seestreitmacht und gezielt implantierter Brückenköpfe die Kontrolle der Waren- und Informationsströme zwischen Europa und Asien gesichert.

Die Spanier im Pazifik - reloaded

1520-2015

Prof. Dr. Ronald Daus Ursula Daus

Die Entdeckung des Seewegs über den Pazifik bis zu den „Gewürzinseln“ Südostasiens durch den in spanischen Diensten stehenden portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan im Jahr 1520 bestätigte die von höchster Seite bis zu diesem Zeitpunkt geleugnete Annahme, daß die Erde rund sei. Sie beendete auch die unangefochtene Monopolstellung der Portugiesen in Asien und verband über das größte der Weltmeere hinweg die Nachkommen eines Kulturraums, der seit der Wanderung ihrer Vorfahren über die Meerenge der Beringstraße sich in unterschiedlichster Form entwickelt hatten .

Doch die Spanier, die von nun an mit unablässigem Eifer in den großen pazifischen Raum vordrangen, ihre Eroberungen mit geographischen Namen beglaubigten und allen angetroffenen Bewohnern mit dem Etikett „Indio“ einen Einheitsstatus verpassten – wie sie es von Kolumbus gelernt hatten –, waren ausschließlich von Mißgeschicken, Unglück und dem Vergessen heimgesucht. Ob in den Marquesas-Inseln, den Salomonen, den Neuen Hebriden, in Neuguinea, den Marianen oder Karolinen. Nur in ihrer Erstentdeckung, dem „Pacifico hispanoamericano“, der Pazifikseite von Mittel- und Südamerika, und in den Philippinen, auf der asiatischen Seite des Pazifiks, konnten sie tatsächlich für Jahrhunderte die gesuchten Reichtümer anhäufen und die selbstgestellte Aufgabe der „Zivilisierung“ der „Indios“ vervollkommnen.

Dennoch finden sich auch im 21. Jahrhundert auf den von den Spaniern im 16. Jahrhundert entdeckten Inseln Melanesiens, Mikronesiens und Polynesiens noch vereinzelte Erinnerungsfetzen, Legenden und Artefakte. Diesen Reminiszenzen gehen die beiden Autoren in einer von West nach Ost gelegten Reiseroute nach, treffen auf Ausgefallenes, Abwegiges und Berührendes.